Morgens um drei

Morgens um drei kann’s auch schön sein. Draußen. In der Aue, die aus Tal besteht, ist niemand unterwegs. Kein Radfahrer auf dem Fußweg. Kein Obdachlosen-Quintett auf dem Bänkle. Kein Jogger in Leucht-Klamotten.

Die Luft ist zum abbeißen. Auf den herbstlichen Rest-Blättern der Bäume trollen sich Tautropfen. Vermutlich. Sehen kannst du sie nicht, morgens um drei ist es dunkel.

Auf dem Vierspurer, dem täglich ein paar zig-tausend Reifen den Belag abfahren, sind Autos nur in der Regelmäßigkeit des Gelegentlichen unterwegs. Fast scheint’s, sie flüsterten.

Der Wirt des Imbiss‘ gegenüber schließt morgens um drei. Aufstuhlen, durchwischen, abrechnen. Dann ist Feierabend.

Vereinzelt brennt noch Licht. Was die wohl nicht schlafen lässt?

Die Zigaretten gehen aus. Für den Automaten fehlen 50 Cents. Aber nur weil es morgens um drei ist, kannst du dir das Rauchen ja nicht abgewöhnen. Nicht einmal bis morgens um acht.

Wo wohl die Enten schlafen und die Schwäne, deren Fütterung tags vergeblich untersagt ist?

Die, die immer präsent sind, machen Pause, morgens um drei. Das bietet sich an – irgendwann muss das Handy ja aufgeladen werden.

Morgens um drei schlägt die Kirchenglocke viermal. Und dann noch dreimal. Vor U(h)rzeiten gab’s samstags, fünf vor sieben, mal die Sendung “Glocken der Heimat läuten zum Wochenende.” Oder so ähnlich.

Der Mond spielt Verstecke hinter den Wolken. Er hat auf hundert gezählt und die Sonne bis jetzt nicht gefunden.

An dem, was von der Stadtmauer übrig ist, lehnt ein vereinzeltes Fahrrad. Plattfuß am Hinterrad. Vielleicht hat der Manfred Maurenbrecher das morgens um drei geschrieben: „Ausgerechnet das Hinterrad.“

Morgens um drei. Hund hat Durchfall.

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