Die Heldentaten der CIA

Worin der Unterschied zwischen den USA und China liegt? In der Sprache und in der Währung.

Was sie gemein haben? Diesen unerschrockenen Umgang mit den Menschenrechten. Einschließlich des Rechts eines jeden Menschen, gefoltert zu werden.

81 Millionen Dollars haben zwei Psychologen dafür erhalten, sich besonders geglückte Foltermethoden ausgedacht zu haben. Auch für Menschen, die selbst nach Ansicht der CIA unschuldig waren. Die Videos der Folterungen sollten verdächtige Angehörige zum Reden überreden.

Am selben Tag, an dem in Oslo der Friedens-Nobelpreis überreicht wurde, kam der Bericht über die Foltermethoden der staatlichen Geheimbediensteten auf den Tisch. Mit vielen geschwärzten Passagen. Vermutlich aus Rücksicht auf Mensch, dem solcher Schrecken in Gänze nicht zugemutet werden sollte.

Glücklicherweise indes ging eine Reaktion um den Globus. Auch und gerade in Deutschland. Die Delegierten des CDU-Bundesparteitags beispielhalber nutzten dieses Forum aufs Trefflichste, um die Folterknechte des Verbündeten totzuschweigen. Stattdessen wiederholten Vorder- und Hinterbänkler ebenso manniglich wie wortreich die Warnungen vor der Saat des Bösen. Die sich hinter dem Islamismus verbirgt.

Auch Frank Walter, unserem außenministernden Steinmeier, schien’s die Sprache verschlagen zu haben. Oder wurde er schlicht überhört?

Stellen wir uns mal für einen Moment vor, solche Foltermethoden würden den Regimes in Kuba oder in der Türkei nachgewiesen. Die öffentliche und internationale Entrüstung nähme kein Ende.

Gut. Von unseren Freunden in Saudi Arabien wissen wir schon länger, dass sie sich mit ihren Folter-Fertigkeiten nicht verstecken müssen hinter den Amerikanern. Aber die Saudis schmier-ölen uns ja so doll, dass wir darob kaum einen Ton hervorbringen.

Die Amerikaner foltern, auch außerhalb von Guantanamo, nach allen Regeln mittelalterlicher Kunst. Komm mir jetzt keiner mit dem zynischen Trost, dass wir das ja schon immer geahnt haben. Oder besser: gewusst. Jetzt haben wir es schwarz auf geschwärztem weiß.

Der reichsführer SS, Heinrich Himmler, hat die Morde seiner Totenkopf-Mannen in den Konzentrationslagern als Heldentaten beschrieben, die nie öffentlich werden dürften. Fast 70 Jahre später bedankt sich George W. Bush bei den CIA-Schergen für ihre patriotische Arbeit.

Damit sei Schluss mit diesem Gestammel. Weil ehrlich gesagt: Mir verschlägt’s die Sprache. Und zwar über die Folter-Verbrechen ebenso wie ob der nicht wahrnehmbaren Reaktion.

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