rwe, e-on, vattenfall, enbw: und weg bist du

der seehofers horst hat mal wieder aufgestossen. die stromtrassen in frage gestellt, die pustestrom aus den windparks an der nordsee gestade nach bayern transportieren sollen. dazu nur zwei bemerkungen: als solche stromtrassen für atom- und kohlestrom in deutsche lande genarbt wurden, hat sich keiner gerührt. jedenfalls nicht in der union. auch beim bau des main-donau-kanals spielten ökologische argumente für die cs-unionisten keine rolle. statt dessen beschwerten sie sich beim sender freies berlin über „bayerfeindliche“ programm-politik. die kabarettisten dieter hildebrandt, gerhard polt und gisela schneeberger hatten sich doch tatsächlich getraut, den kanal aus ihrer sicht zu beleuchten.

immerhin: seehofer hat ja recht, was die stromtrassen angeht. er hat’s nur selbst noch nicht begriffen. die energiewende darbt nämlich an einem kardinalsfehler: die energie-giganten, die monopolisten von rwe, e-on, vattenfall und enbw bleiben im geschäft. keiner wagt’s, ihnen an die wolle zu gehen. weil nach der politischen karriere so ein direktoren-, aufsichtsrats- oder beraterpöstchen schön warm geben kann. ganz ohne strom, nur durch verbindungen.

wer’s ehrlich meint mit der energiewende, der nimmt die reibach-geier aus dem spiel. strom wird dagegen in regionalen einheiten erzeugt und vertickt. aus wind, wasser, sonne oder biogas wird nur so viel strom produziert, wie die verbraucher tatsächlich benötigen. der preis lässt sich aus dem aufwand und den notwendigen investitionen berechnen. gewinn – gibt’s nicht. null auf null muss der haushalt aufgehen. funzt nicht? aber sicher. wasser- und abwasser fliessen nach dem gleichen modell.

zu teuer? auch hirnlos dahergeschwätzt. der leider verstummte träger des alternativen nobel-preises, hermann scheer, hat’s vorgerechnet. am beispiel der region stuttgart. 2,5 millionen einwohner zählen die landeshauptstadt plus die fünf umlandkreise. pro kopf zahlen die menschen, gross-unternehmen wie mercedes eingerechnet, um die 1500 euro energiekosten jährlich. weil in der region selbst kaum strom produziert wird, gehen 2,5 millionen mal 1500 in die weite welt. 32.500.000.000 – 32,5 milliarden euro sind das. kohle, die in allemöglichen gegenden, auch ins ausland, geschippt wird. und die region hat nichts davon.

für 32,5 milliarden – jährlich – könntest du die region stuttgart satt mit regenerativer energie versorgen. arbeitsplätze in der forschung, im viel beschworenen mittelstand, in den verwaltungen entstünden – finanzierung garantiert. selbst auf die von seehofer angepinkelten stromtrassen liesse sich verzichten. alldieweil das geld für eine verlegung unter der erde vernehmbar im beutel klimperte. alles in allem ein zur abwechslung mal segensreiches subventionsprogramm, von dem bis dato nur geträumt werden kann.

die energiepolitische vierer-bande wäre aussen vor. aber keine sorge: die arbeiter und angestellten können in einer der dann vielen, öffentlichen einheiten übernommen werden. die direktoren allerdings müssten möglicherweise ihren renten-riegel in der schweiz anknabbern. joschka fischer müsste sich andere unternehmen suchen, die seinen rat bezahlen und frau neuner ihre stromrechnung wieder ganz einfach im ordner abheften. auf einzelschicksale, auch wenn’s schmerzt, wird leider keine rücksicht genommen.

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