Von Wagenknecht bis Asterix

Sahra Wagenknecht will linke Flüchtlingspolitik nach rechts verrücken. Pfui Teufel. Soll sie doch austreten. Kann dann von mir aus mit Frauke Petry eine Bundestags-Gruppe gründen.

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Markus Söder lässt mich hoffen: Dass Horst Seehofer den aktuellen Kladderadatsch übersteht. So weit ist es schon gekommen.

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Du gewöhnst dich halt an alles. Und deshalb fragst du nicht mehr ob, sondern nur noch wann die Mattmänner in Pjöngjang und Washington den roten Knopf drücken.

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Stichwort Jamaika: In Sachen Entwicklungshilfe, das hat die Sondierung ergeben, sind sich Union, FDP und Bündnis-Grüne einig. Das klingt gar nicht gut.

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Und noch eine Enttäuschung. Das neue Asterix ist einfach scheiße.

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Vom Ziegenzottel, der Haarschlampe und dem Harry Blochwitz

Es war einmal. Nu, sagen wir, es war einmal ein Udo. Der hatte lange schwarze Haare und einen wilden schwarzen Bart. Da lag’s nahe, ihn Zottel zu heißen. Und weil er damals schon Ziegen zog, wurde schnell der Ziegenzottel aus ihm. Andermal auch die Haarschlampe, aber das hat mit den Ziegen nix zu tun.

Ziegenzottel, die Haarschlampe, wohnt irgendwo. Ich vermute, im Westen der Republik. In einem Flecken der heißt wie ein ehemaliger Kölner Nationalspieler, der nie und nimmer besser war als Günter Netzer. Zottel hat mit Johanna, die vermutlich eine Heilige ist, seine eigene Welt geschaffen. Anderland heißt die. Keine eigene Republik in der Republik – solch politisches Gezutzel hält die Haarschlampe spätestens seit inzwischen für ebenso schwachsinnig wie überflüssig.

Vor ein bisschen Zeit hat mir der Ziegenzottel ein Video geschenkt. Hat mir mal gezeigt, wie er und Johanna leben, wie sie arbeiten, wie sie eins sind mit sich, mit den Tieren, mit den Pflanzen. Und wie sie doch immer die großen Individualisten sind, als die ich sie kennengelernt habe, als die Plattform utopia noch ein Stück Hoffnung und nicht nur öko-kapitalistischer Müll war.

Das Video zeigt mir ein Anderland, wie ich es mir vorgestellt habe. Wild, verwildert, unaufgeräumt. An jeder Ecke was zu entdecken, Tiere, die Tier sein dürfen und Pflanzen, die ebenso satt machen wie sie heilsam sind.

Der Ziegenzottel hat mir auch beschrieben, dass er sich immer mehr raus nimmt, aus den geistigen Straßenkämpfen, mit denen wir eine menschlichere Welt herbei diskutieren und argumentieren wollen. Da war ich fast ein wenig traurig. Weil’s immer schade ist, wenn sich einer, der was zu sagen hat, nach innen wendet. Auch wenn ich verstanden habe, dass er an dem Punkt angekommen ist, der nichts weniger ist als sein Leben. SEIN Leben.

Dann hat’s mich mal wieder an die Ufer von Facebook gespült. An die gelegentlich immer noch unerträglich braunen Ufer von Facebook. Den Ziegenzottel unter seiner ursprünglichen Adresse gibt’s nicht mehr. Den haben die Allgewaltigen in den grau-unsichtbaren Facebook-Büros rausgeworfen. Aber recht schnell hat sich Harry Blochwitz bei mir gemeldet. Der hat nicht mehr so viele Haare wie einst die Haarschlampe, scheint die aber recht gut zu kennen. Und pflegt wie die eine erfreulich deutliche Sprache zu Themen, die weit über Ackerbau und Viehzucht hinausgehen.

Schaut also mal rein, bei diesem mysteriösen Harry Blochwitz – musst nicht allem beipflichten. Das will der Harry sicher nicht und der Ziegenzottel hätte es auch nicht gewollt. – Musik zwischen fein und heftig gibt’s dort übrigens auch.

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Hurra

Wenn der Bundesfinanz-Opa notwendige und sinnvolle Ausgaben ablehnt mit der Begründung, dass wir unseren Kindern und Kindeskindern nicht so viel Schulden mit auf den Lebensweg packen sollten, schreien sie Hurra. Aber selbst dem grünen Kretschmann ist die Autoindustrie wichtiger als eine lebenswerte und -fähige Umwelt für unsere Nachgeborenen.

Und der niedersächsische Noch-Ministerpräsident Stephan Weil schickt seine Regierungserklärung zum Absegnen an VW. Unter Selbstbewusstsein kann der gute Mann wohl nicht leiden.

Da tut sich der Bundesverkehrs-Dobrindt schon leichter. Der ministert nicht nur selbstgefällig durch die Lande, in Personalunion übt er auch das Oberlobbyisten-Amt der deutschen Auto-Industrie aus. Da spart er sich einiges an Schriftverkehr. Und er kann abends mit sich selbst mauscheln. Auf Spesen, versteht sich.

Währenddessen geht Frau Wagenknecht kuscheln. Mit dem Lindner. Weil der so kluge Sachen zur Krim gesagt hat. Und in Venezuela, jubeln sie in ihrer Partei, hat der Sozialismus gesiegt. In solch schwachsinnigen Momenten bestätigen die Genossinnen und Genossen ziemlich viele Vorurteile gegen alles Linke. Leider.

Bei Matthäus steht geschrieben, dass Neymar seine 222 Millionen Euro wert ist. Nu, wenn Lothar das meint. Das Schlimme ist nur, es gibt immer noch Menschen, die wissen wollen und gar glauben, was der sagt.

Im Übrigen: genießt den Tag. Wer weiß, was der Hohe Priester des Feuers und der Wut noch draus macht.

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Dreimal so dahingefragt

Die Bundes-Wirtschaftsministerin hat ihm den Einkaufszettel wohl etwas zusammengestrichen, aber immer noch darf der Erdogan für hundert Millionen Euro (oder so) Waffen bei heimischen Erzeugern erwerben. Was war nochmal das deutsche Wort für pervers?

Der Martin Schulz macht die Flüchtlinge zum Wahlkampfthema. Warum fällt’s mir nur so schwer, dran zu glauben, dass es ihm um Menschen geht?

Kretschmann, Palmer, aber auch Özdemir, Göring-Eckart und die ganzen politischen Belanglosigkeiten, die sich Wahlprogramm schimpfen: Kann mir mal jemand sagen, warum ich Grüne wählen soll?

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Vorwärts zurück

Es ist nichts besser geworden. Durch die Hände vor die Klappe, vor die Augen, die Ohren. Nichts Sagensehenhören macht die Welt nicht besser. Und das Leben nicht leichter. Allenfalls am schlechten Gewissen tut sich was. Richtung noch schlechter.

Es wird so vor knapp zwei Jahren gewesen sein, als ich mich in der Bloggerei bis zum Nichtsmehr-Schreib mäßigte und meinen Facebook-Account einem digitalen Aderlass unterzog. Völlig überraschend blieb diese Form des Protestes ebenso unerhört wie unbeachtet.

Nicht etwa, dass ich dran geglaubt hätte, Trump sei zu verhindern und Erdogan. Orban und Kurz. Gut, Le Pen ist baden gegangen, aber das lag erstens nicht an meinem Boykott und zweitens werden wir an Macron noch viel wenig Freude haben. Sehr viel.

Auch an den elenden Leben, die elend auf dem Mittelmeer endeten, hab ich nichts, aber auch gar nichts geändert. In Syrien, im Jemen, im Südsudan werden Menschen ungeachtet ihres Alters, ihres Geschlechts oder ihrer Religion weiter geschlachtet wie Vieh. Und das vollgefressene Mondgesicht in Nordkorea übt mit wachsender Begeisterung den Atomraketen-Weitwurf auf Nordamerika.

Im Grunde genommen also ist es egal, ob ich blogge oder nicht. Ob ich mich auf den Boulevards oder in den Sackgassen von Facebook herumtreibe. Dennoch werde ich hier wie dort wieder (mal) einsteigen. Nicht nur, weil Olaf Sander nach langer Zeit neugeboren den dänischen Wellen entstiegen ist. Oder weil mich meine Tochter lehrt, dass es lohnt, den Mund aufzumachen, auch wenn nur eine Stimme dabei ertönt.

Es ist auch dieses banale: Du musst mitkriegen, wie die anderen ticken. Wenn du nicht dabei bist, bei diesem Fluch und Segen, der sich soziale Medien nennt, wirst du keine Andock-Punkte finden, wenn dir der Mut schwindet. Und dir wird entgehen, wie die Feinde den Humanismus und die Wahrheit verhackstücken.

In diesem Sinne vollzieh ich jetzt den Austritt vom Austritt. Menschen, die mich kennen, wird das nicht neu sein, aber ich werde mich nicht groß rechtfertigen deswegen. Eines indes werde ich sicher tun: Es bei der Auswahl neuer Freunde überlegt angehen lassen.

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endlich ein anschlag

altem brauchtum frönend, haben wir zum jahreswechsel mal wieder die zukunft als blei vergossen. Immer wieder erschienen beim tröpfel-zisch ins nackt-kalte wasser ist uns dabei das symbol für anschlag.

Will sagen: natürlich in bayern, wo sonst, wird er heuer endlich wahr werden, der seit jahren herbeigeredete alptraum vom terrorakt auf deutschem boden. Und damit sind nicht irgendwelche nazis gemeint – rechtsmotivierte anschläge haben wir derer so viele schon, die sind kaum noch empörter erwähnung wert.

Linke bösbuben werden es ebenfalls nicht gewesen sein. Zwar malt uns gelegentlich ein besorgt-ausgewogener volksvertreter den linksterrorismus warnend an die wand, aber ehrlich gesagt: die sind doch ziemlich abgelascht, die rest-anarchos.

Nein, wir bekommen endlich unseren eigenen, originalen IS-anschlag. In anerkennung unserer beteiligung – nicht nur – am krieg in und über syrien. Oder am blühenden globalen waffenhandel (was im prinzip das gleiche ist).

Diesem anschlag wird – alles was ab rechts von der mitte polit-kreucht und fleucht freut sich schon jetzt – ein hausgemachter anschlag folgen. Der auf unsere verfassungsrechte und gesetze. Die einschlägigen anschläger verschärfen im geiste schon jetzt.

Und keine sorge. Sollten die IS-krieger aus welchen gründen auch immer der unpässlichkeit anheim fallen, es wird trotzdem hinhauen. In die bresche springen könnten zum beispiel die auferstandenen bombenjungs der pkk. Die werden ganz schön zulauf bekommen, nachdem europa im allgemeinen und deutschland insbesondere ihrer binnenpolitik wegen adolf erdogans kurden-jagd durch stillschweigen sanktioniert haben.

Also gut, ich bekenne: die hierher geholperten zeilen könnten als anschlag auch auf den guten geschmack geschmäht werden. Aber zu zeiten, in denen nicht nur pöbelisten, sondern auch unsere – nolens volens – volksvertreter sich und dem verdummten publikum mit der geistigen knarre im anschlag gefallen, muss das erlaubt sein. Schere im kopf ist was für gute zeiten.

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sei’s drum

Was
wenn ich ins vergebliche schreibe
ins – kaum notiert –
verbleichende
dort
wo verloschenes licht
nicht wahrgenommenem
den schatten raubt?

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Wir lassen uns unsere Krise nicht nehmen

„Wir zerbrechen uns den Kopf über die psychischen Folgen, die es für ein Kalb hat, wenn es zu früh von der Mutter getrennt wird, während wir zugleich behaupten, das Töten von Kindern im Nahen Osten sei eine vom Völkerrecht gedeckte Kriegshandlung. Die Empörung über das Leid, das Hühnerküken angetan wird, ist riesig. Doch angesichts von menschlichem Elend zucken wir mutlos mit den Schultern. Ist nicht schön, sagen wir, aber was soll man machen, war leider schon immer so im Nahen Osten.“

Elisabeth Raether / Die Zeit

 

Es weihnachtet. Sehr. Immer noch reden wir von Flüchtlingen. Und der damit einhergehenden Krise. Es ist – gefälligst – unsere Krise. Nicht deren. Wir lassen uns unsere Krise von denen nicht nehmen.

Ein Sonderschullehrer bestand im Gespräch zurecht darauf: „Es gibt keine „Behinderte“. Es gibt nur behinderte Menschen.“ Geflüchtete, in die Flucht getriebene, verjagte, vefolgte Menschen kennt der aktuelle Sprachgebrauch nicht. Allenfalls vertriebene Menschen. Die kommen in der Regel zwar aus dem Osten, aber nicht dem Nahen. Sie pflegen ihre Flüchtlingskrise häufig in des Wortes mehrfachem Sinne ebenso wie unter nationalem Gesichtspunkt. Wobei „national“ auch die theologische Orientierung, die Hautfarbe und die präferierte Kopfbedeckung umfasst.

Die Nationalsozialisten, beschreibt der Historiker Timothy Snyder, propagierten dasUnmögliche, um nach dessen Scheitern das Radikale, das Entsetzliche, das Undenkbare zu realisieren: Die Idee, alle in Europa lebenden jüdischen Menschen in Madagaskar anzusiedeln, blieb unverwirklichte Idee. Woraus die Nazis das Recht ableiteten, diese Menschen zu ermorden. Millionenfach, Mensch für Mensch, schritten sie verwirklichend zur Tat. Weil anders nicht zu verhindern sei, dass der jüdische Bolschewik dem deutschen Herrenmenschen Geld, Land, Nahrung und kulturelle Werte raube. Die ganze Luft zum Atmen, quasi.

Aus Statistiken, aus semantischen Ableitungen solcher Begriffe wie „Obergrenzen“ oder „Reduzierung der Zugangszahlen“, aus Zahlen leiten Politik und Gesellschaft der Gegenwart das Scheitern der Idee von einer an humanitären Gesichtspunkten ausgerichteten Aufnahme geflüchteter Menschen ab. Es darf kein bisschen mehr sein. Und daraus ergibt sich das Recht, die geflüchteten Menschen zurückzuvertreiben. Ins Elend, ins Ungewisse, in den Tod. Weiter weg als unser Auge und unser Es-Wissen-Wollen reichen.

Noch hat uns keiner gesagt, auf welches Loch der Gürtel enger geschnallt werden muss, wenn Menschen, die zur Wahl zwischen Tod und Flucht gezwungen werden, auch im nächsten Jahr heerscharenweise um Einlass bitten. Schäuble glänzt haushalts-immernoch im Schein der schwarzen Null. Aber schon droht Seehofer mit der ewigen Solidaritätsabgabe, der Flüchtlingsmenschen wegen. So wurde weiland Stimmung gegen die Menschen aus dem Ossi-Osten gemacht. Dann muss das doch auch mit denen aus dem Morgenland-Osten hinhauen… Unterschwellig, heimtückisch und gemein. So machst du den Menschen zum Fest ein schönes Feind-Geschenk.

Ebenfalls erklärungsbedürftig, die Sache mit dem Familiennachzug. Wie kommt’s, dass Frau und Kinder dorten in Sicherheit sind, wenn es der Vater hier ist? Woher wissen die Schlächter des Islamischen Staats, wie erkennen Assads Schergen, dass sie diese Familie verschonen müssen, weil der Papa als Fluchtmensch im deutschen Winter friert und dass sie jene aber fröhlich metzeln dürfen, alldieweil die bevatert ums bisschen Leben bibbert. – Sie wissen es nicht. So wie es auch die Hand am Joystick nicht weiß, die die westliche Drohne übers zivile Krankenhaus steuert.

Ach ja. Es weihnachtet. Sehr und sehr vorübergehend. Wie schön, dass es Konstanten gibt, die den zweiten Weihnachtsfeiertag locker überstehen. Auch den im nächsten Jahr. Im übernächsten. Und sowieso.

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nicht die werte sind bedroht sondern die menschlichkeit

so viele vertriebene menschen. wir reden nur noch in den masseinheiten der massen. zwischendurch halt das kotzübelnde foto einer angeschwemmten kinderleiche. dann greifen wir wieder in den wortschatz der masslosigkeit.

deutschland ist überfordert. nicht mit der aufnahme geschlagener und getretener menschen. sondern damit, all dem unsinn, der darüber ausgeleert wird, zu begegnen. nicht die nation mit ihren werten ist bedroht – die menschlichkeit ist’s, der es an den kragen geht.

aber bleiben wir mal bei den werten. um welche werte eigentlich geht es denn? um die, dass wochenendweise fast so viele menschen in irgendwelche fussballstadien stürmen dürfen, wie dieses jahr zu uns flüchten? und dass diese menschen, in der verteidigung ihrer (fan-)kultur, wochenende für wochenende durch tausendfachen polizeieinsatz daran gehindert werden müssen, bei der ausübung ihrer (streit-)kultur mehr als nur ein paar nasenbeine zu brechen? wobei diese polizeieinsätze – sportmuffel hin oder her – freundlicherweise von uns allen bezahlt werden.

oder der wert, dass der am angesehensten seine rolex auftragen darf, der die meisten steuern spart oder sich gar mit ausgebuffter schläue drumrum schummel-bescheisst? warum auch steuern zahlen? die theater und museen sind so gut ausgestattet, dass wir denen das geld schon wieder streichen können. schulen und kindergärten haben wir so unbegrenzt, dass wir kaum mehr welche bauen oder gar bezahlen und in den krankenhäusern reduzieren wir das personal patienten-zu-tode. was also soll der quatsch: steuern zahlen, als wertschätzung dessen, was wir bekommen. steuern bezahlen ist was für arme schlucker, staats-idealisierende dummköpfe und weicheier. und die paar knäste, jugendgefängnisse und ausländer-kasernen, die der staat noch braucht, damit ruhe herrscht im land – die mittel holen wir uns aus’m entwicklungshilfe-etat. der spielt nämlich eh keine rolle. zur bekämpfung der – achtung, mein lieblingswort – fluchtursachen in den ursprungsländern jedenfalls brauchen wir den nicht. is‘ ja eh noch nie gemacht worden.

also, welche werte? die, dass eingeborene und zahlende zugereiste (keine flüchtlinge!), die sich als einheimische verkleiden, jahr für jahr von der alm getrieben werden, damit sie sich auf dem oktoberfest und vergleichbaren kulturellen höhepunkten volllaufen lassen können? befürchten wir tatsächlich, dass diese wunderbaren krachlederer von jenen heidnischen flüchtlingen glaubenswert-mässig umgedreht werden, der askese verfallen und statt auf wies’n wie wasen fürderhin gen mekka ziehen?

dann etwa doch die werte unserer oft und gerne zitierten humanisten? die von freiheit, toleranz, mitgefühl und miteinander zeugen? keine sorge: zu deren entwertung braucht’s keinen menschen aus syrien und auch keinen heimtück vom balkan. das besorgen wir schon selbst. nicht nur, wenn häuser brennen wie weiland die bücher. das fängt schon an, wenn wir aus menschen zahlen machen und aus schicksalen statistiken. mit jedem „ja, aber“ – ob in der prominent besetzten talk-show oder am endzeitstimmungs-umwaberten stammtsich ausgestossen – kratzen wir am humanistischen lack. der indes war und ist zugegebenermassen oft eh nur tünche über brauner grundierung.

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es gibt ja keine nazis

„ich bin ja kein nazi“… natürlich nicht. es gibt nämlich keine nazis. es hat sie damals schon nicht gegeben. „nazi“ – das ist eine erfindung. eine intelektuelle fata morgana linker spinner und historiker.

„unser vok ist zu gross. unser land ist zu klein.“ deshalb können wir keine flüchtlinge aufnehmen. keine asylbewerber. schon gar keine menschen, die nicht deutschen geblüts sind. vielleicht als fremd-arbeiter? aus noch zu eroberndem lebensraum? aber fremd-arbeiter, eroberung und lebensraum sind was für nazis. und nazis gibt’s ja nicht.

dann ist da der oberbürgermeister von erfurt, andreas bausewein. der will die kinder von flüchtlingen und asylbewerbern aussperren. aus den schulen. natürlich nicht, damit diese menschen gewalttätig und kriminell werden und nebenbei dumm bleiben. aber weil das schulwesen-boot jetzt schon voll ist. bausewein ist kein nazi. er ist bei der spd. sogar als landesvorsitzender.

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