Jugend an die Waffen

So hirne ich mir einen mehr als gewagten historischen Vergleich. Ursula von der Leyen, Mutter der Bundes-Kompanien, will schon 17-Jährige in unsere Wehr aufnehmen. Weibliche wie Männliche, da macht die Minister-Frau keinen Unterschied. Alice Schwarzer und dem un-militärischen Kampf um die Gleichberechtigung sei dank.

Apropos militärisch: die 17-Jährigen sollen im Kampf mit der Waffe zwar ausgebildet, aber nicht eingesetzt werden. Erst wenn sie 18 sind. Großes Schade, dass wir demnächst aus Afghanisan abrücken. Hätte sich die deutsche Jugend mal eben fein ertüchtigen können. Im Opium- wie in jedem anderen Feld.

Aber der Einsätze sind immer noch so viele, dass es der Bundeswehr weiterhin  an Soldatinnen und Soldaten gebricht. Deshalb von der Leyens Musterungs-Angebot an die Generation Akne.

Wem’s nun dort durch die Synapsen zuckt, wo er/sie gemeinhin denken lässt – nun ja, ein Schelm soll’s sein. Denn: Die Erinnerung an so was wie Hitler-Jugend oder Bund deutscher Mädchen… Also das geht wirklich zu weit. Weil die Jugend unserer Zeit nicht muss, sondern kann. Und ihr doch ganz andere Möglichkeiten bleiben, wenn sie nicht vor der Volljährigkeit in die Wehr macht.

Aber solange sich die unsrige Jugend im Koma-Saufen, im Ausländer-Klatschen, auf der Schwulen-Jagd stählen und aufs Leben vorbereiten kann, darf sie wohl doch auch zur erlaubten Knarre gerufen werden. Kriegt auch eine schöne Uniform dafür. Wie die Hitler-Jungen.

Verdammt, auch dieser HJ-Vergleich ist mir nur so reingerutscht. Ich wollte das doch bleiben lassen. Und ausserdem hat Freund Chris eine ganz andere Erleuchtung: Deshalb baut die Ministerin, die als Ärztin geschworen hat, Leben zu retten und nicht zu nehmen, mehr Kindergärten an den Standorten. Weil die irgendwann benötigt werden zur zivilen Betreuung der immer jünger werdenden Rekruten.

Irgendwo in den verqueren Gestaden der geistigen Kommando-Zentrale hat irgendwas das böse Wort vom Volkssturm an die Oberfläche geschwurbelt. Schräger kann ein Gedanke nicht an die argumentative Front geschickt werden. Wo doch die Legionen junger und alter Menschen des tausendjährigen Reichs in den Tod geschickt wurden, um das Vaterland gegen den Russen zu verteidigen. (Aber hallo: Russland, da ist doch was am Laufen grad?) Deutscher Boden wurde mit dem Blut der Flinken, Zähen und Harten getränkt. Und davon sind wir Neu-Deutschen ja weit entfernt. Kontinente-weit musst du gehen, um deutsche Kämpfer im Einsatz zu finden. Und das hat mit Volkssturm nun mal gar nichts zu tun. Quod erat demonstrandum, um den einstigen Wehrmachts-Offizier und späteren Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß zu zitieren.

Als ehemalige Arbeitsministerin weiß Frau von der Leyen um das große Problem der Jugend-Arbeitslosigkeit. Und weil’s für den Autobahn-Bau genügend Billig-Lohn-Arbeiter aus den anderen Teilen der Welt gibt, ist es nicht nur recht, die deutsche Jugend von der Straße zu holen, sondern auch stimmig. Das nutzt der Wehr und frommt der Gesellschaft. Statt bunter Haare und im Knie hängender Jeans adrette Schnitte und saubere Gleichmach-Kleidung – wer kann sich eine bessere Jugend ausmalen? Dass die dabei zum Töten abgerichtet wird, ist eben so. Das Leben ist nun mal kein fröhliches, friedvolles Ringelreih’n.

Das Raubtier im Hund muss zum Wesenstest. Und das im jungen Menschen darf zur Bundeswehr. Ursula, was so viel heißt wie kleines Bärchen, sei Dank.

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