Fake and Fight

Zur Vorbereitung der Landung in der Normandie setzten die Amerikaner aufblasbare Sherman-Panzer ein, die militärische Mukis vortäuschen sollten, die’s tatsächlich nicht gab. Immerhin, die deutschen Wehrmachtler fielen drauf rein. Das eine oder andere Eiserne Kreuz soll vor lauter Schreck gebomm-bammelt haben wie ein fein Lämmerschwänzchen.

Der Krieg gegen Serbien wurde weiland auch geführt, weil Milosevic über eine so bedrohlich große Panzer-Armee verfügte. Das hatten Satelliten zur Erde gefunkt, deren geschärften elektronischen Sinnen nichts entgeht. Allein, so hat vor längerem als kürzlich ein Nato-General zu nachtschlafender Zeit bei den Öffentlich-Rechtlichen die Katze aus dem Sack gelassen, die Serben verfügten gerade mal über 13 funktionstüchtige Ketten-Knarrer. Der Rest war Fake. Zusammengezimmert aus Dachlatten, Ofenrohren, Plastikfolien und Tetrapaks.

Der Anständigkeit halber sei zugegeben, dass die alliierten Streitkräfte diese Karikaturen einer militärischen Gefahr sauber platt gemacht haben. Dass das eine oder andere Bömbchen in einer Chemiefabrik oder einem Krankenhaus einschlug – also bitte. Krieg ist kein Kinderkarussell.

Damit aber zurück in die Gegenwart. Die Bundeswehr verfügt über jede Menge Hubschrauber und Eurofighter, die einen guten Eindruck machen. Am Boden. Fliegen ist dagegen nicht so ihr Ding. Sie leiden an unrepariertem Kaputtheimer. Das stellen Sie sich vor wie gleich mehrere Kolbenfresser auf einmal in Ihrem Zivilfahrzeug.

Auch ansonsten ist’s um manch kriegsspiel-technisches Gerät bestellt wie um meinereiner weiland bei der Musterung: untauglich.

Aber wie wär’s denn, wenn wir all den eitlen Schrott Richtung Türkei, Irak und Syrien flugzeugträgern. Um sie dann im Landgang an die Front tiefzuladern. Uj, da würde dem bösen Muselmann vom IS aber der Kaftan schlottern. So viel Übermacht – da sind 72 Jungfrauen nix dagegen. Und die Kalaschnikow läge so ruhig in des Fanatikers in der Hand wie das Gewehr eines deutschen Durchschnitts-Biathleten beim Stehend-Schiessen.

Der Gedanke ließe sich weiterspinnen. Hinter einer Wüsten-Düne sehen wir –Föhnfrisur im Anschlag – Ursula von der Leyen, die einen Drohnen-Drachen steigen lässt. Exklusiv dokumentiert von RTL II. Aus dem Fundus der Polizei verproviantiert sich die Bundeswehr mit Wasserwerfern. Seit dem Waffenstillstand um Stuttgart 21 setzen die nur mehr Kalk an, könnten aber gute Dienste leisten beim Häuserkampf gegen das islamische Bürgertum.

Wär doch gelacht also, wenn wir die kameltreibenden Aufrührer nicht dank psychologischer Kriegsführung in die Kapitulation zwingen. Und einen großen, einen ganz großen Vorteil brächten die strategischen Imitate noch mit sich: Die Verbündeten von heute können das Arsenal nicht morgen als neue Feinde gegen uns in Stellung bringen. Das heißt: Können schon. Aber wir wüssten ja, dass der militärische Nutzen ungefähr dem einer Pferdekutsche aus dem Barbie-Katalog entspräche. Was der menschenrettenden Westallianz die völlig ungefährdete Möglichkeit böte, mal wieder Schulen und Hochzeitsgesellschaften zu derbröseln.

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